Vermietete Immobilie verkaufen in Regensburg
Wer eine vermietete Immobilie in Regensburg verkaufen möchte, unterschätzt oft die Komplexität dieser Transaktion. Das ist ein teurer Irrtum – nicht selten mit fünfstelligen Beträgen, die er nie hätte verlieren müssen. Der Regensburger Markt zeigt sich 2026 robust wie selten: Leerstand bei rund 1,5 Prozent, Mieten auf Rekordkurs, Nachfrage durch Universität, Wirtschaft und Zuzug ungebrochen hoch. Das sind gute Vorzeichen – aber ein starker Markt allein schützt Sie nicht vor teuren Fehlern beim Verkauf eines bewohnten Objekts. Wer eine vermietete Immobilie verkaufen Regensburg plant, muss rechtliche, steuerliche und marktspezifische Besonderheiten kennen.
Rechtliche Grundlagen beim vermietete Immobilie verkaufen Regensburg
Einer der am häufigsten unterschätzten Grundsätze im deutschen Mietrecht lautet: „Kauf bricht nicht Miete“ – geregelt in § 566 BGB. Der bestehende Mietvertrag geht beim Eigentumsübergang automatisch auf den Käufer über. Miethöhe, Kündigungsfristen, Kautionsverpflichtung – alles bleibt. Der neue Eigentümer tritt vollständig in die Rolle des alten Vermieters ein. Viele Käufer wissen das nicht. Manche Verkäufer auch nicht.
Ein Verkauf allein ist kein Kündigungsgrund. Punkt. Wer als Käufer die Wohnung selbst nutzen möchte, muss Eigenbedarf anmelden – mit einem konkreten, nachweisbaren Grund und Einhaltung gestaffelter Fristen. Bei Mietverhältnissen über zehn Jahre sind das bis zu zwölf Monate. Und dann war da 2025 noch dieses Urteil des Landgerichts Regensburg: Ein einheitlicher Baukörper gilt trotz separater Eingänge als ein Gebäude – die erleichterte Kündigung bei Zweifamilienhäusern greift in bestimmten Konstellationen schlicht nicht. Wer das ignoriert, riskiert eine unwirksame Kündigung. Außerdem: Bei erstmals in Wohnungseigentum umgewandelten Wohnungen hat der Mieter ein gesetzliches Vorkaufsrecht nach § 577 BGB – mit zwei Monaten Bedenkzeit. Das ist kein Detail. Das kann einen Verkauf komplett verschieben.
Steuerliche Aspekte: Die 10-Jahres-Frist im Blick behalten
Hier wird’s für viele unangenehm. Die Spekulationsfrist ist zehn Jahre – gemessen zwischen notariellem Kauf- und Verkaufsvertrag. Verkaufen Sie davor, wird der Veräußerungsgewinn mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Das können 45 Prozent sein, zuzüglich Solidaritätszuschlag. Ein einziger Tag Unterschied kann über eine fünfstellige Steuerzahlung entscheiden. Kein Witz. Ich habe Fälle gesehen, bei denen genau das passiert ist.
Der steuerliche Gewinn berechnet sich aus dem Verkaufserlös abzüglich Kaufpreis, Anschaffungsnebenkosten, wertsteigernder Investitionen und Verkaufskosten. Was viele vergessen: Die jahrelang angesetzten Abschreibungen (AfA) erhöhen den steuerlichen Gewinn, weil sie den Buchwert des Gebäudes reduziert haben. Das kommt beim Verkauf als Bumerang zurück. Auf der anderen Seite lassen sich absetzbare Verkaufskosten – Maklerprovision, Notargebühren, Energieausweis, Home Staging – in der Summe auf 25.000 bis 45.000 Euro summieren. Das senkt die Steuerlast spürbar. Nutzen Sie das. Wer durch Erbschaft an die Immobilie gelangt ist: Die Spekulationsfrist läuft ab dem ursprünglichen Kaufdatum des Erblassers weiter. Nicht ab dem Erbfall. Wichtiger Unterschied.
Wertermittlung und Marktlage: vermietete Immobilie verkaufen Regensburg 2026
Bei vermieteten Objekten ist das Ertragswertverfahren der Standard. Es kapitalisiert den jährlichen Nettomietertrag mit dem Liegenschaftszins und addiert den Bodenwert. Klingt technisch. Ist es auch. Aber der entscheidende Punkt ist dieser: Eine Änderung des Liegenschaftszinses um nur 0,5 Prozentpunkte kann den ermittelten Wert um 8 bis 12 Prozent verschieben. Laut Gutachterausschuss bewegen sich die Zinssätze je nach Objektart zwischen 2,5 und 5,0 Prozent. Je niedriger, desto höher der Wert.
Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen lagen 2025 bei durchschnittlich rund 4.748 Euro pro Quadratmeter – für 2026 werden Werte über 4.900 Euro erwartet. Die Durchschnittsmieten liegen je nach Quelle zwischen 10,92 Euro (qualifizierter Mietspiegel 2026) und rund 15 Euro pro Quadratmeter. Für Kapitalanleger ergibt das eine Bruttorendite von etwa 3,0 bis 4,5 Prozent. Moderat, aber stabil – das ist es, was einen Core-Standort ausmacht. Wertmindernd wirken eine deutlich unter Markt liegende Miete oder ein langfristiger Vertrag ohne Staffel- oder Indexvereinbarung. Wertsteigernde Faktoren sind ein verlässlicher Mieter und eine marktgerechte Miete. Beides zusammen ist selten – und wenn vorhanden, ist es Gold wert.
Besichtigungen, Vermarktung und der Weg zum Notartermin
Besichtigungen in einer vermieteten Wohnung sind kein Selbstläufer. Mindestens drei Tage vorher ankündigen, Termine nur zu zumutbaren Zeiten – werktags zwischen 10 und 18 Uhr. Das Hausrecht des Mieters ist grundgesetzlich geschützt. Wer das missachtet, riskiert nicht nur rechtlichen Ärger, sondern auch einen Mieter, der bei der nächsten Besichtigung demonstrativ unkooperativ ist. Und das merken Kaufinteressenten.
Mein Rat: Sprechen Sie den Mieter früh an – respektvoll, transparent, ohne Druck. Organisieren Sie Sammeltermine für mehrere Interessenten, um die Belastung zu minimieren. Mieter, die sich wertgeschätzt fühlen, machen den Verkaufsprozess deutlich einfacher. Die Zielgruppe bei vermieteten Objekten sind Kapitalanleger – sie warten nicht auf Eigennutzung, sie rechnen nach Rendite und Stabilität des Mietstroms. Das Exposé muss deshalb liefern: Pflichtangaben zum Energieausweis ab der ersten Besichtigung, aktuelle Miete, Nebenkostenstruktur. Bayern hat mit 3,5 Prozent den günstigsten Grunderwerbsteuersatz in ganz Deutschland – das ist ein echtes Argument gegenüber Interessenten aus anderen Bundesländern.
Für den Notartermin brauchen Sie alle Unterlagen vollständig: Grundbuchauszug, Mietvertrag, Kautionsnachweis, Nebenkostenabrechnungen der letzten zwei Jahre – und bei Eigentumswohnungen die Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen. Wer hier unvorbereitet auftaucht, verzögert den Abschluss. Im schlimmsten Fall platzt der Deal. Gerade wer eine vermietete Immobilie verkaufen Regensburg möchte, sollte diese Unterlagen frühzeitig zusammenstellen, da lokale Behörden und Notare gut ausgelastet sind und Nachforderungen zu erheblichen Verzögerungen führen können.
Fazit: Gut vorbereitet verkauft sich besser
Der Verkauf einer vermieteten Immobilie ist 2026 eine echte Chance – wenn Sie strukturiert vorgehen. Steuerliche Situation prüfen, bevor Sie auch nur ein Inserat schalten. Professionelle Wertermittlung beauftragen, nicht auf Bauchgefühl verlassen. Energieausweis rechtzeitig beschaffen – der wird oft auf den letzten Drücker vergessen. Und: den Mieter frühzeitig einbeziehen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Erfahrung.
Wer die rechtlichen Rahmenbedingungen kennt und die lokale Marktdynamik versteht, erzielt am Ende den Preis, den die Immobilie verdient. Wer improvisiert, verschenkt Geld. So einfach ist das.
Bei Fragen rund um das Thema vermietete Immobilie verkaufen Regensburg: Thomas Lozinski von der Calvest GmbH steht Ihnen direkt zur Verfügung. Alle Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf calvest.de.


